
Der Verkauf einer Immobilie ist oft mit Emotionen, Erinnerungen und großen Entscheidungen verbunden. Ein Faktor, der den Verkauf beschleunigen und den Preis positiv beeinflussen kann, ist das Home Staging – die gezielte Inszenierung einer Immobilie für Kaufinteressenten. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Formen es gibt, was Zahlen dazu sagen und wie Sie Ihre Immobilie Raum für Raum vorbereiten.
Vier Formen im Vergleich
Home Staging umfasst alle Maßnahmen, die eine Immobilie für Käufer ansprechend wirken lassen: gezielte Umgestaltung, das Entfernen persönlicher Gegenstände, passende Dekoration und eine einladende Atmosphäre. So können sich Käufer besser vorstellen, selbst in den Räumen zu leben.
Was die Statistik des Branchenverbands zeigt
Die Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) hat 913 mit Home Staging vermarktete Immobilien ausgewertet.1
Einordnung: Es handelt sich um eine Verbandsstatistik ohne Vergleichsgruppe nicht gestagter Immobilien. Die Werte zeigen eine Tendenz, sind aber keine Garantie für den Einzelfall. Entscheidend bleiben Lage, Zustand und ein realistischer Angebotspreis.
Warum sich Home Staging lohnen kann
Schnellerer Verkauf
Gut inszenierte Immobilien werden in der Regel schneller verkauft als ungestaltete. Ein ansprechender Raum sorgt für einen positiven ersten Eindruck – sowohl online als auch bei der Besichtigung.
Gut zu wissen: Je länger eine Immobilie angeboten wird, desto eher vermuten Interessenten einen Haken und verhandeln stärker.
Besserer Verkaufspreis
Käufer sind eher bereit, den Angebotspreis zu zahlen, wenn Räume gepflegt und durchdacht wirken. Eine attraktive Präsentation kann den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem sehr guten Angebot ausmachen.
Gut zu wissen: Home Staging verbessert die Wirkung, nicht die Bausubstanz. Bekannte Mängel müssen Sie weiterhin offenlegen.
Stärkere Online-Präsenz
Die meisten Käufer suchen online nach Immobilien. Professionelle Fotos von gestagten Räumen ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich und erhöhen die Zahl der Anfragen und Besichtigungen.
Gut zu wissen: Das erste Foto entscheidet in der Ergebnisliste eines Portals, ob eine Anzeige überhaupt geöffnet wird.
Emotionale Ansprache
Ein Raum, der warm und einladend wirkt, schafft eine Verbindung zwischen Interessenten und Immobilie. Emotionen spielen im Kaufprozess eine entscheidende Rolle.
Gut zu wissen: Leere Räume wirken oft kleiner, als sie sind. Möbel zeigen, wie viel Platz tatsächlich vorhanden ist.
Wie Home Staging funktioniert
Vom ersten Rundgang bis zum Fototermin vergehen je nach Umfang wenige Tage bis einige Wochen.
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Räumliche Analyse
Zunächst wird die Immobilie umfassend analysiert, um Stärken und Schwächen zu erkennen. Dazu gehören Raumaufteilung, Lichtverhältnisse und die allgemeine Gestaltung. Ziel ist es, das Potenzial der Immobilie sichtbar zu machen.
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Aufräumen und Entrümpeln
Persönliche Gegenstände und überflüssige Möbel werden entfernt. Das lässt Räume größer und einladender wirken. Interessenten sollen sich ihre eigene Einrichtung vorstellen können.
- Familienfotos und Sammlungen verstauen
- Arbeitsflächen und Regale weitgehend leeren
- Überzählige Möbel einlagern
- Kleine Schäden ausbessern, Leuchtmittel ersetzen
- Gründlich reinigen, auch Fenster
- Gerüche vermeiden, gut lüften
- 03
Dekoration und Gestaltung
Möbel werden neu arrangiert, neutrale Farben und passende Accessoires eingesetzt und die Beleuchtung optimiert. Eine einheitliche Farbpalette und Stilrichtung sorgt für ein harmonisches Gesamtbild.
- 04
Fotografie
Professionelle Fotos sind unerlässlich. Ein erfahrener Fotograf arbeitet mit Licht, Winkel und Perspektive, um die besten Eigenschaften der Immobilie zur Geltung zu bringen. Häufig entsteht im selben Termin ein 360-Grad-Rundgang.
Worauf es in den einzelnen Räumen ankommt
Interessenten achten in jedem Raum auf andere Dinge. Mit diesen Maßnahmen erreichen Sie mit wenig Aufwand viel.
Eingang und Flur
Der erste Eindruck entsteht hier. Schuhe und Jacken verstauen, Fußmatte erneuern, für helles Licht sorgen.
Wohnzimmer
Möbel so stellen, dass Wege frei bleiben und der Blick zum Fenster offen ist. Wenige, ruhige Textilien setzen Akzente.
Küche
Arbeitsflächen fast vollständig freiräumen. Eine Schale Obst oder Kräuter genügen als Dekoration.
Bad
Persönliche Pflegeprodukte entfernen, Fugen reinigen, frische weiße Handtücher bereitlegen.
Schlafzimmer
Bett mit heller, glatter Wäsche beziehen, Nachttische leeren. Der Raum soll ruhig und erholsam wirken.
Balkon, Terrasse und Garten
Rasen mähen, Wege kehren, Gartenmöbel aufstellen. Außenflächen zählen für viele Käufer als zusätzlicher Wohnraum.
Home Staging in der Praxis
Lohnt sich Home Staging, wenn ich noch in der Immobilie wohne?
Ja. Ein Teil-Staging mit vorhandenen Möbeln ist bei bewohnten Immobilien die häufigste Form. Oft genügen Aufräumen, Umstellen und wenige neue Accessoires.
Was kostet Home Staging?
Das hängt vom Umfang ab. Entrümpeln und Neutralisieren gelingt oft in Eigenleistung. Beim Komplett-Staging richten sich die Kosten nach Größe der Immobilie und Mietdauer der Möbel. Virtuelles Staging wird meist pro Bild berechnet und ist die günstigste Variante.
Sollte ich vor dem Verkauf renovieren?
Größere Renovierungen zahlen sich vor einem Verkauf selten aus, weil Käufer eigene Vorstellungen haben. Sinnvoll sind kleine Maßnahmen mit großer Wirkung: Wände in hellen Tönen streichen, defekte Leuchten und Griffe ersetzen, Silikonfugen erneuern.
Wie lange bleiben Mietmöbel in der Immobilie?
In der Regel für die Dauer der Vermarktung. Viele Anbieter vermieten für mehrere Wochen mit der Möglichkeit zur Verlängerung. Nach dem Verkauf werden die Möbel abgeholt.
Home Staging ist eine Investition, die sich in der Regel auszahlt.
Die richtige Präsentation kann den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Verkauf und einer langen Vermarktungsdauer ausmachen. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Home Stagings, um das volle Potenzial Ihrer Immobilie auszuschöpfen – wir beraten Sie gern, welche Maßnahmen für Ihre Immobilie sinnvoll sind.
- Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign e. V. (DGHR), Statistik Home Staging, 2. Auflage, September 2018; Auswertung von 913 Immobilien.

